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Alentejo

Endlos schöne Landschaften jenseits des Tejo

Die Region 

Alentejo

 bedeckt eine Fläche von rund 29.000 qkm und unterteilt sich in die Distrikte 

Portalegre

Evora

Beja

 und 

Setubal

. Sie erstreckt sich südlich des 

Tejo

 (alem do tejo = jenseits des Tejo) bis zur Algarve und von der Grenze zu Spanien bis zur Atlantikküste. Obwohl etwa ein Fünftel des Landes in Küstennähe liegen, spielt wirtschaftlich betrachtet der Fischfang eine unbedeutende Rolle. Haupteinnahmequelle ist fast ausschließlich die Landwirtschaft. Im Alentejo lebt man vom Getreideanbau (Weizen, Roggen und Mais), von Obstplantagen und Olivenwäldern, von der Korkeichenkultur und der Rinderzucht. Der Tourismus konnte bislang kaum Fuß fassen -zu Unrecht- denn das schier endlose, unberührte Landschaftsbild, die atemberaubende Küste und hübsche, teils mittelalterliche Städtchen sind allesamt einen Besuch wert. Zudem herrscht ein mediterranes Klima, mit meist kurzem Frühling und heissen, niederschlagsarmen Sommer. Selbst der Winter bietet mit Spitzentemperaturen bis zu 20 Grad Urlaubern beste Bedingungen, mit vereinzelten Regentagen muss man von Oktober bis März rechnen.

Für viele Besucher Portugals ist der Alentejo das unbekannte, verträumte Land hinter dem Strandparadies Algarve. Man trifft auf das typische Portugal, mit seinen verschlafenen, kleinen Dörfern und seiner unendlichen Weite und Stille. Für die meisten Urlauber bieten sich Tagestouren aus der lebhaften, touristischen Algarve an, um die Schönheit des Alentejo zu entdecken.

Lohnenswerte Ziele sind vor allem die Stadt 

Evora

 mit ihrem römischen Tempel Diana und den engen Gassen der historischen Altstadt. Sie wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt und gilt als schönste Stadt Portugals. Mertola mit seiner mittelalterlichen Altstadt war einst eine reiche Hafenstadt am Ria Guadiana. Eine verfallene Hafenanlage und eine Stadtmauer zeugen noch heute vom damaligen Reichtum. Auch das bedeutendste Museum für islamische Kunst in Portugal befindet sich an diesem Ort. Weitere nennenswerte Orte sind die mittelalterlich wirkenden Dörfer wie Monsaraz, Marvao, Castello de Vide und Serpa. Portoallegre und Arraiolos sind bekannt durch ihre in der ganzen Welt berühmten Wandteppiche, in Beja lässt sich die Oliven- und Korkholzproduktion besichtigen.

Das Alentejo ist mittlerweile auch ein weitläufiges Weingebiet, mit ca. 20.000 Hektar Rebfläche ist es das größte Weinbaugebiet Portugals. Seit einiger Zeit sind die Weine, die einen sehr hohen Alkoholgehalt aufweisen, aus den Genossenschaften von Borba, Redondo und Reguengos auf dem Vormarsch und unter Kennern ein Geheimtipp.

Geradezu malerisch wirken die Buchten und endlosen Sandstrände der 

Costa Dourada

, auch Goldküste genannt. Sie erstreckt sich von der Mündung des Rio Sado im Norden bis zur Algarve. Das raue Klima und der starke Seewind des Atlantiks erschweren allerdings die Bademöglichkeiten. Empfehlenswert sind die geschützten Buchten in und um 

Villa Nova de Milfontes

, wo der Tourismus in einer sehr gediegenen Form stattfindet und man bestens entspannen kann.

Wenig spektakulär, ruhig und sehr bescheiden lässt sich das Alentejo umschreiben, doch gerade diese Eigenschaften sind das Kapital der Region. Unter Touristen wird die Region mitunter schon mal als die Toskana der iberischen Halbinsel bezeichnet. Mittlerweile hat man erkannt, dass dieser Charme erhalten werden und das einstige Armenhaus Europas geschützt werden muss. Durch EU-Gelder unterstützt, erkennt man erste Ansätze der Erneuerung in Form von neuen Straßen und frisch renovierten Gebäuden.

 
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