Faro
Flugziel in die Algarve
Faro ist Hauptstadt des Distrikts
Faro
und zugleich Hauptstadt der historischen Provinz
Algarve
. Die Stadt ist somit auch das verwaltungstechnische und wirtschaftliche Zentrum der Algarve, mit Hafen- und Industrieanlagen. Zudem gibt es in Faro seit einigen Jahren auch eine Universität.
Die Stadt liegt im der südöstlichen Algarve im Norden eines ausgedehnten Lagunensystems. Ihr sind mehrere teilweise sandbankähnliche Inseln, die hier die Küstenlinie bilden, vorgelagert. Knapp westlich der Innenstadt befindet sich der internationale Flughafen der Algarve, auf dem das ganze Jahr hindurch täglich Charter- und Linienflüge aus verschiedenen Ländern Europas verkehren. Allerdings ist Faro kein ausgesprochener Touristenort, denn die meisten Gäste landen und starten hier nur, verbringen ihren Urlaub aber anderswo in der Algarve und unternehmen allenfalls einen Ausflug in die Stadt.
Stadtbild
In Faro spielt sich im Wesentlichen portugiesischer Alltag ab, der nicht ausschließlich von der Urlaubswelt geprägt ist. Rund 60.000 Einwohner leben in Faro in einer beschaulichen und angenehmen Atmosphäre. Die Stadt wurde nie zum echten Touristenziel - wohl auch deshalb, weil die vorgelagerte Lagunenlandschaft den Weg zu den Stränden erschwert. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander und lassen sich an einem Tag bequem zu Fuß im einladenden Stadtzentrum erkunden. Die meisten Häuser stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Ein Großteil der Innenstadt (rund um die Rua S. António) ist als Fußgänger- und Einkaufszone gestaltet worden. Hier gibt es zum Teil recht gute Geschäfte, so dass sich ein ausgiebiger Einkaufsbummel lohnt. Zahlreiche Straßencafes und Restaurants sorgen für entspanntes Leben und Treiben. Überall öffnen sich Plätze mit hübschen Straßenbäumen oder Parkanlagen. Besonders stimmungsvoll ist der historische Stadtkern, umgeben von einer Stadtmauer, der sich etwas abseits der Fußgängerstraßen um die alte Kathedrale herum erstreckt.
Sehenswertes in Faro
Als Ausgangspunkt für einen Rundgang durch Faro bietet sich der Platz Praca de Dom Francisco Gomes am Hafenbecken an. Ein 1910 aufgestellter Obelisk erinnert an den 1847 in Faro geborenen Diplomaten Ferreira d'Almeida, der während seiner Amtszeit als Marineminister eine Marineschule einrichten ließ und maßgeblich die Fischindustrie förderte. Erheblich geruhsamer geht es im südlich angrenzenden Jardim Manuel Bivar zu. In der Gartenanlage mit hübschen Blumenbeeten, hohen Palmen und Jacarandabäumen sitzen zumeist ältere Einheimische und beobachten das Leben und Treiben. An der Ostseite des Parks ragt die Igreja da Misericórdia auf, eine Kirche aus dem 14. Jh., die nach dem Erdbeben im Jahr 1755 neu aufgebaut wurde.
Am Südende des Parks sieht man den im 18. Jh. von dem italienischen Architekten Francisco Xavier Fabri gebauten Arco da Vila mit einem Glockenturmaufsatz und der Figur des Stadtheiligen Thomas von Aquin. Durch das Tor gelangt man in das teilweise noch von einer Stadtmauer aus dem 13. Jh. eingefasste, historische Zentrum von Faro. Hauptsehenswürdigkeit im historischen Zentrum ist die Kathedrale, wo sich Elemente der Gotik, der Renaissance und des Barock ausmachen lassen. Das Kircheninnere fällt durch seinen fast hallenartigen, lichten Charakter auf. Lohnenswert ist ein Aufstieg auf den Kirchturm, von dem aus man einen ungewöhnlichen Blick auf die Lagune hat.
Den Platz an der Kathedrale begrenzen ferner das Rathaus sowie der Bischofspalast (Paco Episcopal). Wenige hundert Meter südlich der Kathedrale befindet sich all der Praca Afonso III. das Archäologische Museum. Durch den Arco do Repouso gelangt man auf den weiten Largo de sao Francisco mit der gleichnamigen Kirche (Igreja de sao Francisco). Das im 17 Jh. errichtete Sakralbauwerk gehört zu einem ehemaligen Franziskanerkloster. Einige hundert Meter nördlich vermittelt das Volkskundemuseum einen Einblick in das Leben der einheimischen Bevölkerung.
Nördlich des Hafens wurde in der Hafenkommandantur ein Marinemuseum (Museu Maritimo) eingerichtet. Die Exponate vermitteln einen Überblick über Schifffahrt und Fischereiwesen an der Algarve.
Umgebung von Faro
Nordwestlich der Stadt erstreckt sich ein kilometerlanger Sandstrand (Praia de Faro) jenseits des Flughafens auf einer vorgelagerten, mit dem Festland durch eine Brücke verbundenen Insel.
Estói ist eine typische Ortschaft des Algarve-Hinterlandes, etwa 12 km nördlich von Faro. Ihre Bekanntheit verdankt sie dem Palaicio de Estói. Den im ausgehenden 18. Jh. errichteten Palast umgibt eine hübsche kleine Parkanlage und im 18./19. Jh. angelegten Gärten. Eine geflieste Freitreppe führt hinab in den etwas verwilderten unteren Gartenteil mit einer Grotte, die ganz mit Mosaiksteinen aus dem nahen Milreu verkleidet ist.
Westlich von Estói erstreckt sich das Ruinenfeld von Milreu, wo bereits seit 1877 Ausgrabungen entdeckt wurden, wie die Reste einer Villa und von mit Mosaiken verzierten Thermalbadeanlagen. In römischer Zeit war Milreu übrigens Sommerresidenz für wohlhabende Familien aus Faro. Noch gut erhalten sind die Mauern einer frühchristlichen Basilika.

