Funchal
Funchal
ist die Hauptstadt der Inselgruppe
Madeira
. Ihre Einwohnerzahl liegt heute bei rund 45.000 für die Innenstadt und bei rund 100.000 für die umliegenden Ballungsräume. Der Name Funchal stammt von dem Gewächs Fenchel (funcho), das dort zu Zeiten der ersten Siedler in großen Mengen wuchs. Gegründet wurde die Stadt im 14ten Jahrhundert durch
Joao Goncalves Zarco
, der im Auftrag Heinrich des Seefahrers die afrikanische Küste und den Atlantik erkundete. Früher war Funchal wichtige Hafenstadt und Umschlagplatz für hauptsächlich Zucker und Wein, heute ist die pulsierende Stadt das kulturelle, wirtschaftliche und touristische Zentrum Madeiras. Die Stadt ist Verwaltungszentrum der Regiao Autonoma da Madeira, Handels- und Bankenzentrum, Sitz des römisch-katholischen Bischofs und einer Universität. Voll und ganz konzentriert sich hier auch der Tourismus. Im Westen der Stadt befindet sich die größte Anzahl an Hotel, Appartement und Pension und bietet dem Urlauber zahlreiche Möglichkeiten, Sehenswürdigkeiten zu erkunden und das städtische Abend- und Nachtleben zu genießen.
Stadtbild
Funchal fügt sich malerisch an Madeiras Südküste an und ist von einer kräftigen, grün leuchtenden Vegetation umgeben. Die weißen Häuser der Stadt breiten sich an den Berghängen aus und umschließen dabei die weite Meeresbucht und deren Hafen. Bis auf 1200 m Höhe steigen die umliegenden Gebirgszüge an und bieten einen spektakulären, kulissenhaften Anblick.
Sehenswertes
Das Zentrum der Metropole ist relativ leicht zu Fuß zu erkunden. Die Innenstadt erstreckt sich vom Parque de Santa Catarina im Westen bis zum Mercado dos Lavradores im Osten entlang der Seepromenade, der
Avenida do Mar
. Hier liegt ein erstes Wahrzeichen der Stadt, die Festung
Sao Lourenco
. Sie geht auf eine Festungsanlage aus dem Jahre 1540 zurück, die zum Schutze der Bucht angelegt wurde. Verlässt man die Hafenpromenade Richtung Zentrum der Altstadt, erlebt man das Flair der Stadt. Die Markthalle mit ihrem schönen Innenhof bietet eine unglaubliche Vielfalt an Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, sowie Blumen, Korbwaren, viele Verkäuferinnen tragen die traditionelle Trachtenkleidung Madeiras. Für Naturfreunde empfiehlt sich ein Rundgang durch den botanischen Garten, der einen exotischen Eindruck hinterlässt. Zum entspannten Flanieren laden die hübschen Anlagen des Stadtparks ein. Eigentliches Wahrzeichen der Stadt ist die Kathedrale Se, die barocke und manuelinische Bauformen aufweist. Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert und stellt das erste portugiesische Gotteshaus auf Übersee dar. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Rathaus der Stadt (Camara Municipal), ein Barockpalast aus dem 18. Jahrhundert, dessen Innenhof mit Azulejos verziert ist. Nördlich des
Praco do Municipio
, dem Marktplatz, liegt die jesuitische Kollegiumskirche, südlich der ehemalige Bischofspalast mit einem Museum für Kirchenkunst.
Das Nachtleben der Stadt ist eher ruhig. Es gibt gute Restaurants, in denen traditionelle, fischreiche Speisen serviert werden. Am meisten dürfte sich im Westen Funchal in der Hotelzone abspielen, wo die große Mehrheit der Touristen untergebracht ist.
Umgebung
Rund acht Kilometer westlich von Funchal liegt das beschauliche Fischerdorf
Camara de Lobos
. Schon Winston Churchill zählte zu den prominenten Besuchern, erkannte die reizvolle Szenerie des Ortes und hielt sie in mehreren Gemälden fest. Heute ist Camara de Lobos immer noch bedeutender Hafen des Madeirischen Fischfangs und die oberhalb des Ortes angelegten Weinreben gelten zu den Besten der Insel.
Ganz in der Nähe befindet sich die höchste Steilküste Europas, das
Cabo Girao
. Ihr Aussichtspunkt fällt fast senkrecht ins Meer ab und bietet mit einer Höhe von rund 590 Metern einen imposanten Blick über den Atlantik.
Weiter Richtung Westen lohnt sich ein Abstecher nach
Jardim do Mar
und
Paul do Mar
, die als typische und die ursprünglichsten Dörfer Madeiras gelten. Ihre raue Steilküste und starke Brandung geben den beiden Orten ihren stimmungsvollen Charakter.
Machico
östlich von Funchal ist mit 12.000 Einwohnern der zweitgrößte Ort und war im 14ten Jahrhundert, entdeckt durch Jose Goncalves Zarco, Madeiras erste Siedlung. Sehenswert sind der Aussichtspunkt
Pico do Facho
und die Klippen der
Ponta de Sao Lourenco
.
Das idyllisch gelegene Villendorf
Monte
auf rund 500 Meter Höhe ist Wallfahrtsort der Insel. Die Kirche Nossa Senhora do Monte mit der Grabstätte des letzten österreichischen Kaisers, Karl I. ist die Touristenattraktion schlechthin. Empfehlenswert ist die Hinfahrt mit der Seilbahn, Teleferico, aus deren Gondeln man herrliche Blicke auf Funchal und die umliegende Landschaft hat. Fast obligatorisch ist eine Fahrt zurück mit dem Carro, dem Korbschlitten und traditionellen Inselgefährt, welches von den Carreiros mit sicherer Hand hinunter nach Livramento geführt wird.

