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Lissabon

Die weiße Stadt am Tejo

Lissabon hat etwa 1 Mio. Einwohner und zählt zu den schönsten Hauptstädten Europas. Mittlerweile ist 

Lissabon

 seit mehr als 700 Jahren Sitz der Regierung von 

Portugal

. Durch die lange Tradition des Zentralismus konzentrieren sich viele politische, wirtschaftliche und kulturelle Funktionen voll und ganz auf die Stadt. Sie liegt an der Mündung des 

Tejo

 und verteilt sich reizvoll auf mehrere Hügel. Den ersten und besten Eindruck Lissabons erlangt man mit der Einreise per Schiff. Vom Atlantik durch den gewaltigen Tejo, vorbei am 

Torre de Belem

, eröffnet sich dem Touristen ein grandioses Panorama, welches als „die weiße Stadt“ gepriesen wird.

Stadtbild

Lissabons abwechslungsreiche Hügellage und das strahlende, helle Licht des nahen Atlantiks geben der Metropole einen glanzvollen Charme. Die ständig wechselnden Höhenunterschiede eröffnen dem Besucher immer wieder neue und herrliche Ausblicke. Die 100m hohe Statue 

Christo Rei

 jenseits des Tejo wirkt gigantisch und beschützt der Stadt. Lissabons Altstadt ist umgeben vom unwiderstehlichen Charme historischer Bauten und Plätze und erinnert an vergangene Zeiten. Schnell begreift man hier auch die melancholische Wesensart der Portugiesen, genannt saudade, die die Volksseele und Lebensart der Portugiesen umschreibt und sich im Gesang, dem 

Fado

, ausdrückt.
Natürlich pulsiert hier auch das Leben der bedeutenden Hafen- und Wirtschaftsstadt. Besonders die Außenbezirke und Vorstädte sind zeugen vom Großstadtflair einer Millionenstadt. Das Expogelände, nun 

Parque das Nacoes

, und die in unmittelbarer Nähe neu errichtete, 17km lange Ponte Vasco da Gama über den Tejo unterstreichen die Bedeutung als moderne, europäische Metropole.

Sehenswerte Altstadt

Im unteren Zentrum Lissabons liegt die 

Baixa

, die Unterstadt. Hier bieten sich dem Touristen, neben imposanten Plätzen und breiten Promenaden, zahlreiche Geschäfte und Cafes zum Bummeln und Verweilen. Am belebten Platz 

Restauradores

 befindet sich die Touristeninformation. Ein 30 m hoher Obelisk, der Monumento de Restauradores, erinnert an den Aufstand von 1640 gegen Spanien. Südwestlich des Platzes liegt die Estacio do Rossio, ein prachtvoller Bahnhof der Vorortlinie entlang des Tejos. Das eigentliche Zentrum ist der 

Rossio

. Offiziell genannt als Praca de Dom Pedro IV., schlägt hier das Herz der Stadt. Geschäftsleute, Touristen, Schuhputzer und Straßenhändler etc. prägen hier das großstädtische, weltoffene Bild. Durch die Rua Aurea gelangt man zu einem echten Wahrzeichen Lissabons, dem Elevadore de Santa Justa. Um die Jahrhundertwende durch einen Schüler von Gustave Eiffel in einer Art Stahlgerüst erbaut, verbindet der Aufzug die Baixa mit Bairro Alto. Heute dient er dem Tourismus als bedeutende Sehenswürdigkeit, oben befindet sich eine Aussichtsterrasse mit Cafe. In den Straßenzügen zwischen Rossio und dem Praca do Comercio befinden sich das Geschäfts- und Einkaufsviertel. Der Praca do Comercio wurde seit jeher durch seine offene Lage zum breiten Tejo „Empfangsplatz“ genannt. Hier befand sich der Königspalast, Paco de Ribeira, eine Reiterstatue von König Jose I. befindet erinnert an Lissabons Geschichte im 17ten Jahrhundert.

Entlang der Rua da Alfandega gelangt man in die 

Alfama

, vorbei an den historischen Kirchen, Igreja da Conceicao Velha, die Igreja Se Patriacal und Igreja de Santo Antonio. Die Alfama liegt malerisch auf einem Hügel der Stadt. Lebten im Mittelalter hier vornehmlich Adlige und Wohlhabende, bemüht sich die Stadt heute die Armut und den Verfall der Bauten entgegenzuwirken. Durch reizvolle, enge Gassen und über steile Treppenwege erreicht man den Burghügel mit dem Kastell. Das 

Castelo de Sao Jorge

 stammt aus dem 6ten Jahrhundert. 1755 wurden Teile der Burg durch ein Erdbeben zerstört. Heute gestaltete man den Burginnenhof zu einer hübschen Grünanlage, von der man einen fantastischen Rundumblick auf die Stadt und den Tejo hat. Gleich nebenan befindet sich ein Kunstmuseum, Museu de Artes, mit angeschlossenen Werkstätten. Für den Weg zurück in die Baixa sollte man eine Fahrt mit der legendären Linie 28 einplanen. Durch enge Gassen rumpelt die Straßenbahn (electricos) aus der Jahrhundertwende und befördert Touristen gleichermaßen wie die Lissabonner und ist heute noch ein reguläres, öffentliches Verkehrsmittel.

Westlich der Baixa am Hang liegt das Viertel 

Chiado

 und ist die Verbindung zur 

Bairro Alto

, der Oberstadt. Die elegante Einkaufsstraße Rua Garrett führt zum Largo do Chiado, dem Zentrum der Oberstadt. Bedeutende Sehenswürdigkeiten sind das Denkmal des portugiesischen Dichters Luis Vaz de Camoes, die Igreja de Sao Roque und das gleichnamige Museum, der Praca do Principe Real mit herrlicher Aussicht über die Stadt und das Museu do Chiado. Der Elevador da Gloria, eine Standseilbahn, ermöglicht einen bequemen Abstieg zurück in die Baixa.

Sehenswertes außerhalb der Altstadt

Westlich vom Bairro Alto lohnt sich ein Besuch des Palacio de Sao Bento. Im 18ten Jahrhundert aus einem Kloster erbaut, tagt hier heutzutage das portugiesische Parlament. Jardim de Estrela, ein hübscher Park mit kleinen Seen und herrlicher Blumenpracht, gleich neben der Basilica da Estrela, lädt zu einer Pause ein.
Am westlichen Stadtrand dokumentiert das Viertel 

Belem

 die Geschichte und Anfänge der portugiesischen Seefahrer und Entdecker .Der Praca do Imperio ist idealer Ausgangspunkt zur Besichtigung der durch das Erdbeeben von 1755 verschont gebliebenen historischen Gebäude und Stätten: Das Kloster Mosteiro dos Jeronimos, Igreja de Santa Maria; verschiedene Museen der Archäologie, der Marine, der modernen Kunst und der Ethnologie verschaffen dem Besucher einen bleibenden Eindruck. Hauptattraktion und Weltkulturerbe ist das 

Torre de Belem

 direkt am Tejo-Ufer. Der Turm aus dem 15ten Jahrhundert diente einst dem Schutz des Hafens Restelo, im Inneren sind ein Gouverneurs-, ein Audienz- und ein Königssaal zu besichtigen.
Entlang der 

Praca de Liberdade

 gelangt man Richtung Norden zum Praca de Pombal mit seiner überragenden Statue des Marques. Der damalige Außenminister Marques de Pombal erwies sich als genialer Stadtplaner und ließ Lissabon nach dem Erdbeben von 1755 wiederauferstehen.
Das Estadio do Benfica liegt im gleichnamigen Stadtteil nordwestlich und ist weltweit bekannt als Spielort des Fußballclubs Benfica Lissabon.

Entferntere Sehenswürdigkeiten lassen sich gut per Mietwagen, per Fähre oder anderen öffentlichen Verkehrmitteln erreichen. Die schon von weitem sichtbare Statue, Monumento 

Christo Rei

, kann per Mietauto über die 

Ponte de 25 Abril

, der gigantischen Autobahnbrücke Richtung Süden, leicht erreicht werden. Mit einem Aufzug gelangt man leicht auf eine Terrasse des ca. 80 m hohen Sockels, wo erhaben die ca. 30 m hohe Christusstatue trohnt und wie ein Beschützer der Stadt wirkt. Hier hat man einen grandiosen Blick auf die Stadt und besagte gigantische Brücke, ernannt nach der Nelkenrevolution am 25. April 1974, dem Tag der Freiheit (Dia da Liberdade).
Den Parque das Nacoes, dem ehemaligen 

Expogelände

, erreicht man nach einigen Kilometern Fahrt entlang des Tejos in östlicher Richtung. Hier fand 1998 die letzte Weltausstellung des 20. Jahrhunderts statt. Heutzutage nennt sich die ehemalige Industrie- und brachliegende Fläche auch Expo Urbe, denn neben Raum für Ausstellungen und Veranstaltungen, hat man hier ein gänzlich neues Viertel mit modernsten Wohnraum und Arbeitsplätzen geschaffen.

Lissabons Hauptsehenswürdigkeiten liegen alle recht nahe beisammen und lassen sich bestens zu Fuß oder per Straßenbahn erreichen. Wer aber Lissabons Kultur und Lebensart erleben und das Flair der Stadt genießen möchte, sollte einige Tage Zeit mitbringen. Die Auswahl an Hotel, Pension und Zimmer ist unüberschaubar groß und bieten dem Touristen tolle Unterkünfte in allen Lagen der Stadt.

 
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