Nordportugal
Die abwechslungsreichste Region Portugals
Die Region Norte (Nordportugal) liegt zwischen dem
Rio Minho
an Grenze zu Spanien im Norden und dem
Rio Duoro
im Süden und umfasst die Distrikte
Braga
,
Braganca
,
Porto
,
Viana do Castelo
und
Vila Real
sowie Teile von Aveiro, Guarda und Viseu. In Nordportugal leben etwa 3,7 Mio. Menschen, die Hauptstadt von Nordportugal ist Porto mit ca. 263.000 Einwohnern.
Nordportugal hat mehrere Gebirge, die zum Teil bis über 2.000 m ü. d. M. ansteigen und Teil der iberischen Gebirgssystems sind:
Serra da Peneda
,
Serra do Geres
,
Serra do Padreia
,
Serra do Marao
,
Serra do Bornes
und
Serra do Mogadouro
. Die als Montanhas bezeichneten Berg- und Hügelländer sind wild zerklüftet und bilden eine Landschaft in herrlicher, fast unberührter Natur. Man findet ein atlantisch geprägtes, eher kühles und feuchtes Klima, von der mediterranen Stimmung der Algarve ist hier nichts zu bemerken. Üppige Vegetation kennzeichnet diese Region, die sich in drei traditionelle Provinzen oder Landschaften unterteilt:
Minho
,
Douro
und
Tras os Montes
.
Minho im Nordwesten gehört zu dem am dichtesten besiedelten Gebiet des Landes, die bedeutendsten Städte sind hier
Braga
und
Viana do Castelo
. Braca, auch als „portugisisches Rom“ bezeichnet, ist Sitz des Erzbischofs von Portugal. Nicht nur religiös interessierten Touristen lohnt sich ein Besuch der Stadt, um vor allem um den Praca de Republica, die Geschichte der historischen Bürger- und Adelshäuser und auffallend vielen Kirchen zu erkunden. Südlich Braga liegt die Stadt Guimaraes. Sie wird oft die "Wiege der Nation" genannt, denn hier wurde der erste König Portugals, Afonso Henriques, geboren. Er kam in der Burg von Guimaraes zur Welt und eroberte sich im Kampf gegen die Sarazenen sein Königreich. Viana do Castelo hingegen ist wichtige Hafenstadt und Sitz der Textil-, Holz- und fischverarbeitenden Industrie. Vor allem ihr hübsches Stadtbild zieht Urlauber gleichermaßen an, wie die Strände der
Costa Verde
. Die Provinz
Minho
wird wegen seines Klimas und der üppigen Vegetation auch gerne als der grüne Garten Portugals bezeichnet. Von großer Bedeutung ist der Weinanbau, auf den Hängen der zahlreichen Flusstäler werden Trauben zu Vinho Verde weiterverarbeitet. Als eigentliche Spezialität der Region, wird der „grüne Wein“ mit Kohlensäure versetzt und als Rot- und Weißwein hergestellt. Beliebtes Ausflugsziel ist die Serra de Geres. Im wohl schönsten Nationalpark Portugals, sind neben den mit Heidekraut bewachsenen Felslandschaften besonders die um einige hundert Jahre alten Korkeichenwälder sehenswert.
Die Provinz
Douro
grenzt südlich an Minho und ist nach dem gleichnamigen Rio Douro benannt. Die Landschaft ist nahezu romantisch und die natürliche Vegetation ist geprägt von Eichen, Kastanien, Pinien und Olivenbäumen. Seitens des Flusses Douro wurden die Talhänge vielfach zu Terrassen umgestaltet, denn hier findet ebenfalls Weinanbau statt, für den berühmten Portwein. Er hat sein eigenes Aroma, ist etwas stärker alkoholhaltig und ist wohl der weltweit am häufigsten verkaufte Wein Portugals.
Nahe der Douro-Mündung in den Atlantik liegt die Stadt
Porto
. Sie ist die zweitgrößte Stadt Portugals und wird -im Wettstreit mit Lissabon- manchmal die portugiesischste der portugiesischen Städte genannt. Trotz ihres lebendigen, industriellen Charakters mit starkem Straßenverkehr lohnt sich ein Besuch der Altstadt. Hier drängt sich malerisch, an steilen Felswänden und auf Terrassen, ein Haus an das andere. Sehenswerte Höhepunkte sind das historische Zentrum mit der Klerikerkirche, der Erzbischöfliche Palast und den vielen verwinkelten, kleinen Gassen. Im Jahr 1996 wurde der Innenstadtkern unter Unesco-Schutz gestellt.
Die Region um den Nordosten wird von den Portugiesen Tras os Montes genannt, was übersetzt bedeutet „hinter den Bergen“. Sie ist die dem Meer abgewandt, die Vegetation ist bedeutend weniger üppig als im Minho und fällt umso spärlicher aus, je mehr man sich der Grenze zu Spanien nähert. Aufgrund der Abgeschiedenheit ist hier vieles von alten Brauchtümern erhalten geblieben und das Leben erscheint mitunter mittelalterlich. Die kahlen Hochflächen dienen als Schaf- und Ziegenweiden, neben der Landwirtschaft haben kunsthandwerkliche Dinge, wie Tuche, Spitzen und Tonwaren Tradition. Eine Reise wert ist die Stadt
Braganca
mit einem anschließenden Besuch im Montesinho Naturpark, wo restaurierte, kleine Dorfmuseen und Bauerhäuser als Relikte vergangener Zeiten erhalten wurden.

